Der globale Softwaremarkt zählt zu den resilientesten und wachstumsstärksten Segmenten der Weltwirtschaft. Charakteristisch sind hohe, langfristig stabile Umsatzpotenziale, geringe Abhängigkeit von makroökonomischen Zyklen sowie signifikante Skaleneffekte durch digitale Wertschöpfung. Diese strukturellen Eigenschaften machen Softwareunternehmen zu einem strategischen Hebel für nachhaltiges, kapitaleffizientes Wachstum – und damit zu einer außerordentlich attraktiven Investitionsmöglichkeit.

Insbesondere Unternehmen im Bereich Software as a Service (SaaS) haben in den vergangenen Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt und auch in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit ihre Robustheit unter Beweis gestellt. Während zahlreiche Branchen in wirtschaftlich volatilen Phasen, etwa während der COVID-19-Pandemie, deutliche Einbußen verzeichneten, profitierte die Softwareindustrie von der beschleunigten Digitalisierung nahezu aller Wirtschaftsbereiche. Dieser strukturelle Nachfrageschub wirkt bis heute fort.

Das Transaktionsgeschehen im Software-M&A-Markt erreichte 2021 mit einem globalen Deal-Value von rund 456,9 Mrd. USD einen historischen Höchststand. Die darauffolgende Phase steigender Zinsen, geopolitischer Unsicherheiten und einer Neubewertung wachstumsorientierter Geschäftsmodelle führte zwar zu einer temporären Abkühlung, markierte jedoch keine strukturelle Trendwende.

Aktuelle Branchenanalysen prognostizieren für 2025 erneut ein aggregiertes Transaktionsvolumen von bis zu rund 307,7 Mrd. USD. Getragen wird diese Entwicklung insbesondere durch großvolumige, häufig transatlantische Transaktionen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass Software weiterhin zu den aktivsten und strategisch relevantesten M&A-Segmenten zählt.

Wesentliche Werttreiber im M&A

Ein zentraler Wachstumstreiber des Softwaremarkts liegt in der besonderen Natur des Produkts selbst. Einmal entwickelt, lässt sich Software nahezu unbegrenzt skalieren, ohne proportional steigende Produktions- oder Materialkosten. Im Gegensatz zu kapitalintensiven Industrien erfolgt Wachstum nicht primär über den Ausbau physischer Kapazitäten, sondern über Effizienzsteigerungen, Innovation und Marktdurchdringung. Diese Struktur führt zu hohen Margenpotenzialen und macht Softwareunternehmen besonders attraktiv für Investoren.

Hinzu kommen ausgeprägte Netzwerkeffekte und hohe Wechselkosten. Mit wachsender Nutzerbasis steigt der Wert vieler Software- und Plattformmodelle durch bessere Datenbasis, steigende Funktionalität und höhere Integrationsdichte. Kundenprozesse, Daten und Workflows sind tief in die jeweilige Software eingebettet, was zu einer hohen Kundenbindung und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen führt. Hat ein Anbieter erst eine kritische Masse erreicht, wird es für neue Marktteilnehmer zunehmend schwierig, in den Markt einzutreten.

Vor diesem Hintergrund nehmen Kennzahlen zur Kundenbindung eine zentrale Rolle in der Bewertung ein. Die Churn Rate gilt als wesentlicher Indikator für die Stabilität eines Geschäftsmodells. Software- und SaaS-Unternehmen weisen im Branchenvergleich besonders niedrige Abwanderungsraten auf – typischerweise rund 3 %–5 % im Enterprise-Segment und 5 %–7 % bei Small- und Medium-Business-Modellen.

Ergänzend gewinnen Retention-Kennzahlen zunehmend an Bedeutung. Eine Net Revenue Retention von über 110 % wird von Investoren als starkes Signal für organisches Wachstum, Produkt-Markt-Fit und erfolgreiche Upselling-Strategien gewertet. Wiederkehrende Umsätze, gemessen am Annual Recurring Revenue (ARR), bilden dabei den zentralen Bewertungsanker in Software-Transaktionen. Entsprechend entfielen 2024 rund 61 % des globalen Software-M&A-Volumens auf SaaS-Deals.

Zusätzliche Dynamik erhält der Softwaremarkt durch die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz. KI-basierte Funktionen eröffnen Softwareunternehmen neue Anwendungsfelder, steigern Produktivität und ermöglichen eine klare Differenzierung gegenüber Wettbewerbern. Entsprechend stark ist das M&A-Interesse im KI-nahen Umfeld. Die dargestellten Transaktionen im Bereich Robotik und Automation verdeutlichen den strategischen Charakter dieser Entwicklung: Investoren sichern sich frühzeitig Zugang zu Daten, Technologie und geistigem Eigentum.

M&A-Deals im Sektor Software (Auszug)

Software M&A

Das anhaltend hohe M&A-Interesse spiegelt sich auch in der Marktstruktur wider. Konsolidierungen, vertikale Erweiterungen und gezielte Marktzugänge prägen die Branche. Übernahmen dienen dabei häufig weniger der klassischen Markterschließung, sondern dem gezielten Erwerb von Kundenstämmen, Technologie und Daten. Gerade Software-Transaktionen sind dabei nicht nur finanziell, sondern auch regulatorisch anspruchsvoll, da sie regelmäßig den Umgang mit sensiblen Kundendaten und Nutzungsprofilen umfassen.

Auch auf Ebene der DACH-Region bleibt der Softwaremarkt aktiv. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Softwareunternehmen übernommen, wobei insbesondere im Lower-Middle-Market eine klare Präferenz für Private-Equity-getriebene Buy-and-Build-Strategien zu beobachten ist. Gleichzeitig gewinnen alternative Transaktionsstrukturen wie Minderheitsbeteiligungen, Earn-out-Modelle und Joint Ventures an Bedeutung, um Risiken zu begrenzen und dennoch an hohen Wachstumschancen zu partizipieren.

Damit wird deutlich: Für viele Investoren ist der Softwaremarkt längst nicht nur ein normaler Akquisitionsbereich — er ist zum strategischen Spielfeld geworden, um technologische Assets, Kundenbindung und datengetriebene Wettbewerbsvorteile aus einer Hand zu erwerben.

Kein anderes Marktsegment vereint die Vorteile globaler Skalierbarkeit, starker Netzwerkeffekte, wiederkehrender Umsätze, digitaler Vertriebswege und M&A-getriebener Konsolidierung so konsequent wie der Softwaremarkt. Dieses Zusammenspiel führt einerseits zu einem marktweiten „Hockey-Stick“-Effekt, bei dem Wachstum und Wertschöpfung exponentiell ansteigen, und andererseits zu Multiples, die historisch im Branchenvergleich außergewöhnliche Dimensionen erreichen.

Bedeutung für den Mittelstand

Diese Neubewertung führte kurzfristig zu einer rückläufigen Transaktionsaktivität und zu einem klaren Shift im Investorenfokus: Weg vom reinen Wachstum, hin zu Profitabilität, Cashflow-Stabilität und Effizienz.

Heute zeigt sich ein deutlich nachhaltigeres Marktumfeld. Qualitativ hochwertige Softwareunternehmen mit klarer Positionierung, hoher Kundenbindung und belastbaren Erträgen erzielen wieder attraktive Bewertungen. Gerade für den deutschen Mittelstand ergeben sich daraus strategische Chancen: Spezialisierte Softwarelösungen, flexible Organisationsstrukturen und gewachsene Kundenbeziehungen machen mittelständische Anbieter zu gefragten Targets – insbesondere im Rahmen von Buy-and-Build-Strategien.

Für deutsche Mittelständler bedeutet dies: Wer jetzt aktiv Chancen nutzt – sei es durch organisches Wachstum, Partnerschaften oder gezielte Akquisitionen – kann seine Marktposition stärken, Skaleneffekte realisieren und sich langfristig gegen größeren Wettbewerber zu behaupten. In einem Marktumfeld, in dem großvolumige Mid-Cap-Transaktionen derzeit an Dynamik verlieren, eröffnet sich für Unternehmen eine strategische Chance, die eigene Wettbewerbsposition gezielt zu stärken und M&A als wirkungsvollen Hebel für nachhaltiges Wachstum zu nutzen.

Darüber hinaus ergeben sich auch auf geografischer Ebene zusätzliche Potenziale für deutsche Mittelständler. Aktuelle Marktprognosen deuten darauf hin, dass Europa in den kommenden zwölf Monaten zu den attraktivsten Regionen für Tech-M&A zählen wird. Der deutsche Software-Mittelstand kann somit von einer regionalen Marktphase profitieren, die Investitionen, Konsolidierungsprozesse und strategische Partnerschaften in besonderem Maße begünstigt.

Wie unterstützt starkpartners in dem Marktumfeld?

Im dynamischen Umfeld der Softwarebranche ist ein tiefes Verständnis softwaretypischer Bewertungslogiken, Transaktionsstrukturen und Marktmechanismen entscheidend. Viele Softwareunternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, Wachstumskapital zu sichern, ihre Kundenbasis gezielt auszubauen und technologische sowie unternehmerische Kompetenzen durch strategische Akquisitionen oder Kooperationen zu erweitern.

Aktuell verantwortet starkpartners die Investorenprozesse zweier Softwareunternehmen und verbindet dabei umfassende Transaktionserfahrung mit ausgeprägter Branchenexpertise.

Unser Ansatz ist unternehmerisch geprägt: Wir identifizieren Investoren und Partner, die nicht nur Kapital bereitstellen, sondern die besonderen Werttreiber, Dynamiken und Sensibilitäten des Softwaremarkts verstehen.

Auf dieser Basis werden Transaktionen strukturiert, die Innovationen sichern, unternehmerische Substanz bewahren und langfristiges Wachstum ermöglichen.

starkpartners steht dabei für diskrete, unternehmerische Beratung auf Augenhöhe mit ausgeprägtem technologischem Verständnis, hoher Sensibilität für Unternehmensdaten und tiefem Respekt für das Lebenswerk unserer Mandanten.